Ein Besuch im Kresstaurant

Ich hatte Donnerstag und Freitag frei, da bei uns momentan mündliches Abitur ist beziehungsweise war. Also habe ich meine sieben Sachen gepackt und bin zu einer Freundin nach Hamburg gefahren. Derzeit ist ja die Internorga und zu meinem Glück hatte ich eine Karte von meinen Mentoren Schulz und Tebbe bekommen. Kaum in Hamburg angekommen und meine Sachen abgestellt ging es direkt in die Stadt. Ich hatte seit morgens nichts mehr gegessen und habe direkt mal das Atelier F aufgesucht um einen kleinen Snack zu genießen, dann noch ein bisschen durchs Städtchen und wieder Richtung heim. Ich war von der 6 stündigen Fahrt richtig müde und wollte nur noch schlafen.

Am nächsten Tag ging es dann morgen erstmal ordentlich Frühstücken und zwar ins Nord Coast. Das Nord liegt in der Nähe der Speicherstadt und ist mit Auto, sowie U-Bahn gut zu erreichen. Der Laden ist auf zwei Stockwerke verteilt, es können ungefähr 120 Gäste gleichzeitig das Essen und den Kaffee genießen. Beeindruckten ist, dass der Kaffee direkt am Eingang selbst geröstet wird deshalb riecht es auch herrlich in dem Laden. Die Frühstücksauswahl ist ein Traum und für Kaffee Liebhaber ist es genau die richtige Stelle, die Limonaden sind aber auch sehr gut. Ich habe das Nord gleich zweimal besucht und es war immer gerammelt voll, also würde ich euch raten zu reservieren.

Nach einem ergiebigen Frühstück ging es dann ab auf die Internorga. Die Internorga ist die größte Gastromessen Deutschlands und jedes Jahr in Hamburg. Hier wird über die neusten Trends, Innovationen und Technologien berichtet. Sie ist mega groß und ich bin der festen Überzeugung das ich nicht alles gesehen habe, allerdings die für mich wichtigsten Punkte hab ich dank der Internorga App sehr schnell gefunden. Im Pink Cube habe ich mir zwei Vorträge angehört, einmal über International Trends, Facts und News und einmal über Lifestyle #Digital #Food. Beide waren super interessant und aufschlussreich, jetzt kann ich mich auf die neusten Trends vorbereiten. Auch noch super interessant, war die New Comer Area hier gab es alles von rolled Shaved Ice bis hin zu Basilikum Limonade einfach ein Traum. Auf den Punkt gebracht hat mir die Internorga super gut gefallen und ich habe echt viel dazu gelernt. Das schlimmste war, es gab überall was zum kosten und ich hatte kaum Hunger, da ich reichlich gefrühstückt hatte. 


Als der Tag dann dem Ende zu ging und ich die für mich wichtigen Punkte der Internorga abgelaufen bin, hat mich dann doch wieder der Hunger gepackt. Also habe ich überlegt wo ich hingehen kann, schlussendlich gingen mir die Bilder von Poké Bowl, welche ich im Pink Cube gesehen hatte nicht mehr aus den Kopf. Das hieß für mich ab in die U-Bahn und zu Kailua Poké. 

Ich hatte noch nie zu vor eine Poké Bowl gegessen also habe ich mir erstmal das Konzept erklären lassen und dann zusammen mit einem der Kailua Crew die Perfekte Bowl für mich zusammengestellt. Ich hatte eine Bowl mit warmem Reis, angemachtem rohen Tunfisch, Gurken Kimchi, gegrillter Ananas, geraspelten und angemachten Karotten und Wakame Algensalat, für den Crunch gab es geröstete Cashwekerne. Als letztes Topping wurde noch eine rote Beetecreme und Fischrogen auf die Bowl verteilt. Einfach ein Traum die gegrillte Ananas hat die schärfe von Kimchi reguliert, der Wakamesalat und die Karotten den Fisch ergänzt es war einfach perfekt abgestimmt. Als Getränk hatte ich eine Ananas Limetten Limo.

Jetzt zu meinem absoluten Highlight des Hamburg Besuchs wurde ich von Marcel Thiele, dem Food Hunter von Koppert Cress, zum sogenannten Kresstaurant bei Kitchen Guerilla eingeladen. Zuerst war ich mir nicht sicher ob ich hingehen soll, da ich da erstens keinen wirklich kannte und zweites ich keinen hatte der mit kommt, da meine Mama krank zuhause lag. Nach einem kurzen Telefonat waren wir uns aber einig das sich so eine Chance nicht jeden Tag bietet und man sie ergreifen sollte. Also ging ich hin und es war der Hammer. Ich wusste garnicht das es so viele Kresse Sorten gibt, das Kresse so vielseitig ist und auch nicht was man damit alles machen kann.

Die Kitchen Guerilla ist eine super coole Location. Sie befindet sich in eine Art Lagerhaus und für das Kresstaurant waren die Tische mit Kress nur so übersäht einfach toll.

Als Amuse Geul gab es einen Orangensaft mit Hanfeiswürfel und ein Kanapee mit Kressemayonaise. 

Dann starten wir doch ganz einfach mal mit dem ersten Gang. 

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Zu sehen sind zwei Austern, einmal in vegan und einmal in normal Form. ich muss euch wirklich sagen, dass ich eigentlich keine Austern mag, ich hatte mir allerdings geschworen alles zu probieren. Die vegan Auster bestand aus verschiedenen Kresse Sorten und zwar Oyster Leaves, Sally Fingers und Apple Blossom. Es hat wirklich fast wie eine Auster geschmeckt nur die Konsistenz war anders durch die Slaty Fingers hatte man einen knackigen bis und schöne Frische. Die normal Auster war mit einem Vitra Leave garniert ich muss sagen der saure Stengel der Kresse hat den salzigen, fischigen Geschmack der Auster etwas reduziert. Wenn ich mich das nächste mal entscheiden müsste würde ich die vegan Auster nehmen weil die Konsistenz und er Geschmack gigantisch waren.

Als nächstes gab es ein Tunfisch Tatar ummantelt von einem Shiso Leave und einem roten Pulver. Leider weis ich nicht genau was es für ein Pulver war. Zuerst dachte ich von der Farbe her das es Paprika sei, als ich es probiert hatte, hatte es allerdings einen eher süßlichen Geschmack. Ich werde auf alle Fälle noch erfragen was es für ein Pulver war. Die Kombination aus Tatar mit Shiso Blatt war wie auch der erste Gang sensationell.

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Weiter ging es mit Kalbszunge, Sakura Kresse, Gangnam Tops, Kresseöl und einem Crumble mit einer art Erbsensorbet. Ich hatte noch nie zuvor Kalbszunge gegessen und hatte sie mir von der Konsistenz irgendwie anders vorgestellt. Aber sie war Butter zart hatte einen tollen Geschmack es ging in die Richtung eines Tafelspitz. Auch dieses Gericht war top gelungen.

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Darauf folgte ein Sechuan Button. Ihr denkt jetzt vielleicht das ist aber im Gegenteil zu den vorherigen Gerichten aber unspektakulär, lasst euch gesagt sein es war alles andere als unspektakulär. Dieser kleine Button löst einen solchen schleim Fluss aus, du hast das Gefühl als hättest du auf eine 9 Volt Batterie gebissen. Alle Partikel meiner Zunge hatten sich auf gestellt und es hat sich angefühlt als wäre eine Spannung zwischen Zunge und Gaumen, einfach der Hammer. Stilles Wasser hat sprudlig geschmeckt und jede Kresse hat nochmal eine andere Facette gezeigt. Aber man muss das Gefühl mögen und sich drauf ein lassen ich hatte jeweils einen Button für meine Mama und meinen Papa mitgebracht. Meine Mama mochte es garnicht und fand das Gefühl super unangenehm mein Papa hingegen war so fasziniert wie ich.

Danach gab es Pulpo mit Schwarzwurzel Püree, rote Bete Creme, Kressemayo, Tapioka-Kracker, gepopter Quinoa, Kressesoße und Ghoa Kresse. Der Pulpo wurde zuerst gekocht und vor dem servieren nochmal angebraten. Für einen Pulpo Liebhaber wie mich, war das Gericht ein Traum.

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Als Letztes herzhaftes Gericht gab es glasierten Schweinebauch mit Karotten, Karottenpüree, Kikuna Leaves, Lupine Kresse und einem Kresse Salz. Der Schweinebauch hatte nicht zu viel aber auch nicht zu wenig Fett war super zart und hatte einen ausgezeichneten Geschmack. Besonders begeistert hatte mich allerdings die Karotte zusammen mit dem Kikuna Leave.

Nach dem Schweinebauch kam ein flüssiges Gericht. Wir hatten einen 2 Jahre lang gereiften Rum. Er reifte mit 4 verschiedenen Vanilliekapseln und Kardamom Leaves. 48 Stunden bevor der Rum ausgeschenkt wurde, wurde er nochmal umgefüllt und mit Spaote einem ganz speziellen Samen aus Südamerika erinnert an Marzipan, Sechuan Button und einer Minzwurzel aromatisiert.

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Als süßes Gericht gab es ein Buttermilch-Mandel-Eis mit süß angemachtem Kürbis und einem süßen Kressemix. In das Eis hätte ich mich reinlegen können.

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Ein oder zwei Tage vor dem Kresstaurant hatten Koppert Dress und Kitchen Guerilla auf der Messe und er New Comer Area eine Basilikum Limetten Limonade entdeck und haben sich gedacht warum nicht direkt am Samstag mal probieren lassen. Serviert wurde die Limonade mit einem Schokolade überzogenem in Nüssen gewelztem Majii Leave.  Majii Leaves stammen von einer afrikanischen Sukkulente und dienen als Wasserspeicher für trockene Perioden. Aus diesem Grund waren sie super Knackig und frisch.


Die Kresse, die auf den Tischen dekoriert waren und die Poster von Koppert Kress durfte man sich mit nach Hause nehmen und zwar so viel wie man wollte, ein Traum.


Es war ein super gelungener Abend und ich habe mich riesig gefreut dabei sein zu dürfen. Ich bedanke mich ganz herzlich bei Koppertcress und Kitchen Guerilla für den wunderschönen Abend. Ebenfalls bedank ich mit bei der Service, Küchencrew und all denen die im Hintergrund mitgewirkt haben. 


Ich entschuldige mich für die schlechten Bilder hatte meine Kamera in Bad Kreuznach vergessen und mein Handy hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert, es wird sicherlich auch ein wenig an den Lichtverhätnissen gelegen haben.

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