Ein einzigartiges Erlebnis in der Emma Wolf Mannheim

Meine Mama hat uns zu ihrem 50 Geburtstag nach Mannheim in die Emma Wolf eingeladen.  Emma Wolf ist ein 1 Sterne Restaurant in Mannheim, welches im Zuge des Baues der Q6-Q7 Passage entstanden ist. Zuerst war ich etwas erschrocken da es sich im Keller der Passage, sozusagen in einem Food Court, wie man es aus America kennt, befindet. Doch die Atmosphere war klasse und "Die Küche" welche auch unter der Leitung von Denis Meier steht war perfekt für ein kleinen Lunch. Denis Meier wurde 2014 von der Rolling Pin zum Aufsteiger des Jahres gewählt. Er arbeitet viel mit Essenzen, den verschiedenen Strukturen und Zubereitungsarten der Produkte. Außerdem probieren sie ihre Ware stehts regional und in bester Qualität zu beziehen.

Mich hat nicht nur fasziniert das Denis Meier mit Anfang 30, nach 3 Monaten mit seiner Emma Wolf 15 Punkte im Gault Millau bekommen hat sondern auch, dass er bevor Emma Wolf eröffnete einen Stern im Restaurant Sra Bua by Juan Amador erkochte.

Ich hatte mich schon die ganze Woche vor dem Geburtstag meiner Mama auf das Essen gefreut.  

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Im Keller angekommen kann man direkt den Küchenbereich erkennen, welcher lediglich durch ein Gitter von den Passanten abgetrennt ist. Allgemein hat die wunderschöne offene Küche das Restaurant dominiert. Vom Gästeraum hatte man einen perfekten Blick auf die Küche und das hoch konzentrierte, durch strukturierte und sympathische Küchenteam. Der Gästeraum war relativ klein, dies ist allerdings Teil des Konzeptes einer sogenannten "Bistronomy", mit welcher Dennis Meier  hochwertige Gastronomie mit dem Bistro Charakter verschmelzen möchte. Das ganze Restaurant ist in einem industriellen, moderne Look gehalten. Nicht nur das Küchenteam sondern auch der Service waren sehr sympathisch und man hat allen den Spaß an dem was sie tun angemerkt. Die Teller waren so liebevoll und filigran angerichtet, fast zu schade zum essen. Der ganze Abend war einfach perfekt und ich werde die Emma Wolf so oft wie möglich weider aufsuchen. 


Soooo aber jetzt mal zum wesentlichen und zwar dem Essen. Ich werde euch immer kurz beschreiben was wir bestellt hatten und auf ein Gericht ganz besonders eingehen, weil es einfach mein "Leben" verändert hat. 

Als erstes Amuse gabe es eine Kartoffel mit Schmelzkäse und gehobelten Champions hört sich langweilig an war aber super spektakulär. Gefolgt von einem in der Salzkruste gegarten Sellerie mit Apfel und Trüffelschaum. Allein die beiden kleinen Gerichte haben schon dafür gesorgt, dass ich meinen Besuch wiederholen werde. 

 

Kommen wir nun zu den Vorspeisen, aber bevor ich euch die einzelnen Gerichte beschreibe, muss ich leider sagen, dass wir es der Küche nicht wirklich leicht gemacht haben. Da wir 5 mal komplett verschiedene Gänge beziehungsweise Reihenfolgen bestellt hatten. 

Zum einen hatten wir eine Rehydriete Möhre, für die wenigen denen das garnichts sagt, der Möhre wurde zuerst Wasser entzogen und im nachhinein eine andere Flüssigkeit wieder hinzugefügt. Des weiteren war Karottensaft und verschieden gegarte oder eingelegte Urkarotten dabei. Als zweite Vorspeise hatten wir noch Lachsforelle mit Roter Bete und Wasabi.

Bis jetzt war ja eigentlich alles unkompliziert. Dann kam es allerdings zu den Zwischengängen. Meine Mama, Emilie und ich hatten nur einen Zwischengang, sie waren aber alle verschieden. Mein Bruder hat sich für zwei entschieden und mein Papa für drei also ihr seht, schon wird es kompliziert. Wir hatten einmal Jakobsmuschel mit Mais und schwarzem Rettich. Zum zweiten hatten wir Skrei mit einer art Mangold, Sauerkraut und Baconschaum. An Emelie Gericht kann ich mich garnicht erinnern, weil ich so in meinen Schweinbauch vertieft war, dass ich alles drumherum ausgeblendet hatte. Mein Schwinebauch war erst Sous Vide gegart und dann nochmal "gegrillt". Serviert wurde er mit Saubohnen, Birnen, Birnengeele, einer schwarzen Knoblauch Creme und einer vorzüglichen Kalbs-schwarz Bier-Jus einfach zum nieder Knien. An diesem Gericht werde ich mich auf alle Fälle probieren mal schauen ob es mir ansatzweise gelingt. 

Als Hauptgericht gab es für meine Mama und mich dann den Skrei, welchen die beiden Herren schon als einen der vielen Zwischengerichte hatten. Das zweite Hauptgericht war Kalbsfilet und Kalbsbries mit Kartoffelpüree, Klabsjus, Trüffel und zweierlei Kohlrabi.

Den krönenden Abschluss des Abends machten die Desserts wir hatten einmal Topfenknödel mit dreierlei Aprikose und "Filmreif". Was sich genau hinter Filmreif verbirgt kann ich euch nicht sagen, da ich die Topfenknödel hatte. Aufjedenfall war der Teller mit Blaubeermark eingepinselt, darauf  befand sich eine Art Espuma, Popcornpulver und Eis.

Zum Fisch, Meeresfrüchten und vegetarischen Gerichten hat super der Sauvignon Blanc vom Weingut Oliver Zeter gepasst. Der Schweinebauch wird von einem dunklen Bier, das Kalb von einem milden Rotwein und das Dessert von einem Espresso begleitet. 

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Alles im allem war es ein gelungener Abend. Man war gut gesättigt aber nicht vollgegessen und einfach glücklich. In der Nacht musste ich sogar von meinem Schweinebauch träumen. Wer Emma Wolf bis dato nicht kannte oder es noch nie besucht hat, sollte unbedingt dem Restaurant einen Besuch abstatten auch wenn es nur zum Lunch ist.