Aquavit Lachsforelle mit Rote-Beete-Gelee

Ich bin ein absoluter Fisch-Fan! Dabei ist es mir ganz egal, ob er roh ist, gebraten oder gedämpft wurde. Außerdem kann man mit Fisch, gerade im rohem Zustand, wirklich viel anstellen, sei es ein Carpaccio, ein Ceviche, ein Tartar oder eine Beize. Vor langer Zeit habe ich euch ja bereits den Lachs mit Ginbeize vorgestellt. Heute folgt ein weiteres Lachs-Rezept, diesmal aber ganz anders, nämlich mit Aqua Mit und rote Beete gebeizt. Dadurch bekommt er eine ähnliche Konsistenz wie ein wachsweiches Ei. Aber nicht nur Konsistenz und Geschmack überzeugen, sondern auch die Farbe.


Bevor man anfängt zu Kochen braucht man natürliche das perfekte Produkt. Man kann so gut Kochen wie man möchte - wenn das Produkt nichts taugt, kann auch der beste Koch nichts daraus machen. Gerade bei Fisch ist die Qualität enorm wichtig. Die Qualität eines Fisches kann man immer an Augen, Schuppenkleid, Kiemen und Geruch erkennen. Wenn sich der Fisch dann auch noch in einer Totenstarre befindet, könnt ihr euch sicher sein, das der Fisch noch nicht lange tot ist. Die Augen sollten klar sein und keine trübe Schicht haben. Das Schuppenkleid sollte glänzen und von einer leichten Schleimschicht überzogen sein. Die Kiemen sind idealerweise noch schön rot und nicht verschleimt. Zu guter Letzt: Ein frischer Fisch riecht eigentlich nach nichts, man hat nur einen leichten Geruch von Meer in der Nase.

Falls ihr vorher noch keinen rohen Fisch filetiert habt hier eine kurze und knappe Anleitung:

Um den Fisch zu filetieren schneidet man zuerst mit einer Schere die Bauch und Rückenflosse ab. Danach setzt man einen Schnitt direkt hinter den Kiemen und entlang der Rückengrete. Im nächsten Schritt wird dann der Kopf abgetrennt. Daraufhin geht man mit dem Messer knapp über dem Gretenkleid entlang, um das Filet rauszuschneiden. Sobald man das erste Filet herausgelöst hat, sollte man das Skelett vom anderen Filet abziehen können. Als vorletzten Schritt entfernt man nun die Haut des Fisches sowie überschüssiges Fett. Zu guter Letzt müssen dann noch die Filets von hartnäckigen Greten entfernen.

Ich persönlich hole meine Lachsforelle, Regenbogenforelle, Forelle oder einen Aal im Wispertal. Entweder frisch oder geräuchert. Dort werden die Fische artgerecht und in Teichen von der Wisper großgezogen. Sie werden dort in Wintermonaten kaum gefüttert, weshalb es bis zu 2 Jahre dauert, bis eine Forelle ihren perfekten Status erreicht hat. An den beiden Zuchthöfen ist direkt ein Verkauf angeschlossen. Man kann mit dem Verkäufer an die Forellenteiche gehen und dabei zuschauen, wie die Forelle gefangen und im Nachhinein "getötet" wird. Natürlich kann man  auch bereits fertige Filets kaufen, egal ob fangfrisch oder geräuchert. Der Weg ins Wispertal lohnt sich - es ist super interessant zu sehen, wie die Fische gehalten und behandelt werden. Des Weiteren hatte ich noch nie einen fangfrischeren Fisch in einer so hohen Qualität unterm Messer.

IMG_4056.JPG

Für die Meerrettich Sahne: 

  • 250 ml Sahne 
  • 80-90 g frischen Meerettich je nach Intensität 
  • Pfeffer, Salz 

Außerdem: 

  • Baguette 
  • Dill oder Scarlet Kresse von Koppert Cress

Zutaten:

Für die Lachsforelle:

  • 200 g säuerliche Äpfel 
  • 80 g frischer Meerettich 
  • 720 g eingelegte Rote Beete (am besten selbst eingelegt)
  • 100 ml Aquavit 
  • 2 El Koriandersamen 
  • 2 El schwarze Pfefferkörner 
  • 90 g Zucker
  • 90 g Salz 
  • 800 g Lachsforelle

Für das Gelee:

  • 1 Bio Zitrone
  • 100 ml Rote-Bete-Saft 
  • 80 ml Apfelsaft klar
  • 20 ml Aquavit
  • 110 g Gelierzucker

Zubereitung:

  1. Am Vortag Äpfel und Meerrettich schälen und grob zerkleinern. Mit der Roten Beete und dem Aquavit in einem Mixer fein zerkleinern. Koriander in einer Pfanne ohne Fett erhitzen, danach zusammen mit dem Pfeffer im Mörser zerstoßen. Die zerstoßenen Gewürze mit Salz und Zucker mischen. Falls ihr keine Fischfilets gekauft habt, müsst ihr den Fisch natürlich noch zerlegen. Dies funktioniert sehr gut mit dem Red Spirit Messer von Dick, da es super flexibel ist und man damit sehr gut an den Greten vorbei schneiden kann. Die Fischfilets kalt abbrausen, gut trocken tupfen und dann mit der Gewürzmsichung von beiden Seiten bestreuen. 
  2. Die Hälfte der Rote-Beete-Mischung in einem flachen Behälter verteilen. Die Lachsforelle hineinlegen und den Rest der Rote-Beete-Mischung darauf verteilen. Zugedeckt etwa 24 Stunden im Kühlschrank marinieren lassen. 
  3. Zitronenschale abreiben und im Nachhinein den Saft auspressen. Rote-Beete und Apfelsaft, Zitronenschale, Saft, Aquavit und Gelierzucker unterrühren und 3 Minuten kochen lassen. In einen flachen Behälter gießen und auskühlen lassen.
  4. Am folgendem Tag den Meerrettich und die Sahne zusammen mit Pfeffer und Salz in einen Isi mit zwei Patronen zur Sahne machen. Falls ihr keinen Isi besitzt, schlagt ihr sie ganz einfach in einer Küchenmaschine auf.
  5. Das Baguette in dünne Streifen schneiden und unter dem Grill im Ofen zu Chips backen. Bleibt am besten daneben stehen, das geht sehr schnell! Den Fisch von der Marinade befreien und in dünne Scheiben schneiden. Das Gelee aus der Kühlung holen und rund ausstechen. Alles zusammen mit Meerrettich-Sahne, Brotchips und Dill oder Kresse auf einem Teller anrichten.

Tomatentarte mit Kräuteröl

Man findet auf den Märkten endlich wieder regionale Tomaten in jeder möglichen Form, Farbe und Größe. Natürlich sind es dennoch nicht die gleichen Tomaten, wie wir sie aus Spanien oder Italien kennen, aber es sind die einzig regionalen Tomaten, die man das ganze Jahr über bekommen kann. Sie sind endlich mal nicht mehlig sondern schön knackig, und wenn man in sie hineinbeißt, schmeckt es dann auch richtig lecker und frisch. Da meine Mama und ich regelmäßig auf dem Markt sind in einen Kaufrausch verfallen und Alles in den Korb wandert, was uns gerade anlacht, haben wir bei den Tomaten richtig zu geschlagen. Zuhause angekommen war dann die Frage: Was machen wir nun mit den ganzen Tomaten? Verarbeiten wir sie zu einer Gazpacho oder machen wir ganz unspektakulär einen Salat oder Caprese ? Die Antwort ist: Nein, dieses Mal nicht! Ich habe mir den Großteil der Tomaten geschnappt und eine Tomatentarte gebacken, und da wir zufälligerweise noch den ein oder anderen Bund Basilikum hatten, habe ich kurzerhand ein frisches Öl gezaubert, um der Tarte noch mehr Frische zu verleihen.

Zutaten für die Tarte:

  • Tarteteig von der Mangotarte (die Mandeln werden durch Parmesan ersetzt)
  • 600-700 g Tomaten in verschiedenen Farben, Sorten und Größen
  •  260 g Frischkäse
  • 50 g Creme Fraiche 
  • 1 Ei 
  • Pfeffer, Chilisalz von Saldoro

Zutaten für das Basilikumöl

  • 20g Rucola
  • 100-150 g Basilikum 
  • 250 ml Rapsöl

Zubereitung:

  1. Ofen auf 180° vorheizen. Den Teig wie bei meinem Eintrag "Mangotarte" zubereiten. Denkt dran, die Mandeln durch Parmesan zu ersetzen. Den Teig ausrollen, in die Form legen und mit einer Gabel einstechen. Den Teig fürs Blindbacken vorbereiten und 15 Minuten in den Ofen schieben.
  2. In der zwischen Zeit Creme Fraiche, Frischkäse und Ei glatt rühren und mit Pfeffer und Chilisalz würzen. Die Tomaten in dünne Scheiben schneiden. Nach 15 Minuten den Teig aus dem Ofen holen, Backpapier und Linsen entfernen. Die Creme gleichmäßig auf dem Teig verteilen, mit den Tomaten genauso verfahren. Die Tarte wieder zurück in den Ofen geben und weitere 15 Minuten backen. Kurz vor Ende der Backzeit (ca. 2 Minuten) die Tomaten mit Puderzucker bestäuben und den Ofen auf Grillmodus umschalten. 
  3. Für das Öl Basilikum, Rucola und Öl zusammen in den Mixer geben und für 10 Minuten mixen. Die Kräuter sollten fast komplett in das Öl eingearbeitet sein. Das Öl aus dem Mixer durch ein feines Sieb in einen sterilen Behälter füllen.
  4. Die Tarte aus dem Ofen holen und in der Form abkühlen lassen. Die Tarte aus der Form holen und auf ein Teller stellen. Ein Stück Tarte jeweils mit etwas Basilikumöl anrichten und genießen.  

 

 

Wochenspiegel

Ein unbeschreibliches Gefühl: Sich selbst in einer Zeitung sehen - und dann auch noch auf der Titelseite! 

Ich war sehr nervös und gespannt, bevor der Artikel über mich und meinen Kochblog im Wochenspiegel Bad Kreuznach erschienen ist. Doch als er dann endlich rausgegeben war, konnte ich wieder auf atmen und war sogar ein bisschen stolz. Ich selbst war zu dem Zeitpunkt der Veröffentlichung garnicht im Lande, sondern in Santa Barbara, Kalifornien. Deshalb habe ich von dem ganzen Trubel in der Heimat nicht viel mitbekommen. Irgendwann ist nur beinahe mein Handy aufgrund der vielen Nachrichten und Glückwünsche explodiert, insbesondere auf Facebook. Ich bedanke mich auf alle Fälle ganz herzlich beim Wochenspiegel für diesen tollen Bericht und auch bei Kai Brückner für den tollen Zweitbericht auf seinem Blog "Moderne Topfologie"  https://modernetopfologie.blogspot.com/2018/07/Juliette-von-Cut-and-Boil.html

eb1fa5ee-8d3e-4efc-905c-a79ebfb3ca09.JPG

Zu dem Artikel kann ich nur sagen, dass er zu 100% mich, Juliette, widerspiegelt und ich hoffe, dass meine kurz- und langfristigen Ziele alle in Erfüllung gehen. An zwei Zielen arbeite ich jetzt schon länger, eines davon ist die Vorstellung passender Weine zu meinen Gerichten. Der erste Wein ist schon vorgestellt und bald folgt der Zweite. Mit dem stetigen Posten habe ich immer noch so meine Probleme. Wenn ein Blogger einen Tipp parat hat, durch welche Mittel ich eine Stetigkeit in meinem Blog bringen kann, freue ich mich sehr über Ideen und Ratschläge. Auch wenn mir das Bloggen großen Spaß macht habe ich auch gelernt, dass es viel Zeit und Energie kostet, regelmäßig und konstant etwas auf meinem Blog zu posten.  Aber im Großen und Ganzen bin ich richtig zufrieden mit meinem Blog und, wie ich dem Feedback entnehmen kann, ihr auch. Jetzt muss nur noch meine Followerzahl stetig steigen und dann ist alles super : ) . 

PIZZA!!!!!!

Es gibt nur wenige Menschen in meinem Umfeld, die Grillen nicht mögen oder einfach nichts Gegrilltes essen. Für alle anderen ist ein Grillhänhnchen, ein Steak oder eine Bratwurst in der Grillsaison der Hit. Auch Gemüse und Obst wird bei uns viel gegrillt, doch ab und zu muss auch mal wieder was Anderes auf den Tisch. Dann wird der Rost schnell mal durch einen Pizzastein ausgetauscht und jeder macht sich eine Pizza nach seinem Gusto. 

Das Wichtigste bei einer guten Pizza ist für mich der Teig. Mir persönlich ist er oft zu dick oder es gibt zu viel Rand oder sie ist nicht wirklich knusprig von unten. Aber mindesten genauso wichtig ist der Belag: Wenn zu viel Käse drauf ist, ist die Pizza einfach zu fettig und man ist nach einem Stück schon satt.  Zusammengefasst: Die Qulität von Teig und Belag und deren Verhältnis sind das A und O einer wirklich guten Pizza!

Bestimmt hat Jeder seine absolute Lieblings-Pizza. Bei mir ist es ganz einfach und simpel die Pizza Salami. Pizza Salami ist immer lecker, gar keine Frage, aber dann manchmal doch etwas zu langweilig, weshalb ich gerne rum experimentiere. So ist bei mir schon einiges auf der Pizza gelandet, sei es ein Spiegelei, Tunfisch oder Trüffel, immer ein anderer Geschmack und immer Lecker. 

Zutaten für den Teig: ( ergeben ungefähr 8-10 Pizzen)

  • 800g Mehl (typ 550)
  • 200g doppelt gemahlener Hartweizengrieß
  • 650 ml lauwarmes Wasser
  • 1 Würfelhefe
  •  2 El brauner Zucker 
  • 1 El Meersalz 
  • 1 Päckchen passierte Tomaten 
  • Pfeffer, Salz und getrockneten Oregano

Zubereitung:

  1.  Den Hefewürfel in das lauwarme Wasser bröseln. Die zwei EL Zucker hinzugeben sowie 4-5 El Mehl. Alles kurz verrühren und ca. 30 Minuten zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen. 
  2. Restliches Mehl mit Hartweizengrieß und Salz vermengen und den Hefeteig zugeben. Alles mindesten 10 Minuten mit dem Knethacken der Küchenmaschine gut durchkneten bis der Teig schön geschmeidig ist und nicht mehr klebt. Nach Bedarf Mehl und Wasser hinzugeben. Die Schüssel wieder abdecken und den Teig 1-2 Stunden gehen lassen. 
  3. Den Teig erneut durchkneten und nochmals 1-2 Stunden gehen lassen. 
  4. Den Teig in 8-10 gleich große Stücke teilen, ausrollen und nochmals gehen lassen. Den Ofen oder den Grill mit Pizzastein vorheizen. Falls kein Pizzastein vorhanden ist könnt ihr die Pizza natürlich auf einem Blech im Ofen backen. (220° Unterhitze/Umluft) 
  5. Die passierten Tomaten mit Salz, Pfeffer und getrockneten Oregano würzen. Mit einem El die Tomaten Soße auf den Pizzen verteilen und mit dem gewünschten Belag belegen.
  6. Die Pizza in den Ofen oder Grill schieben und bis zur gewünschten Konsistenz backen. 

Flammlachs

So Ihr Lieben, bei den aktuellen Temperaturen kann man ja schon fast von Sommer sprechen. Für mich das Beste daran: Die Grillsaison hat angefangen!!

In unserem Freundeskreis zählen wir zu denjenigen, die sich mit dem Grillen wirklich bis ins kleinste Detail auseinandersetzten: Welches Fleisch muss bei welcher Temperatur gegart werden, wie grillt man am Besten Fisch oder Gemüse? Wir haben so ziemlich jedes Tool, sei es ein Pizzastein, ein Drehspieß, Grillschalen oder einen gusseiserne Rost. So ziemlich alles findet bei uns eine Grill-Verwendung. Seit Neuestem wird unser Repertoire durch ein Flammlachsgestell erweitert, welches man auf die Feuerschale spannen kann und natürlich direkt ausprobiert werden musste. 

Also haben wir direkt eine Lachsseite gekauft, um unser neues Gestell zu testen. Dazu gab es grünen Spargel, eine Senf-Dill-Soße, Remoulade und Brot - ein perfektes Essen für den Sonntag Abend. Wenn ich nur daran denke läuft mir direkt wieder das Wasser im Mund zusammen.

Ihr könnt den Lachs auch einfach auf einem sibirischen Lärchenholzbrett in einem Kohlegrill garen. Dabei bekommt der Fisch allerdings nicht die gewünschte Kruste.

IMG_3678.JPG

Zutaten:

  • 2 sibirische Lärchenholzbretter 
  • 1,6 kg Lachs (am besten schottischen Wildlachs)
  • Salz 
  • 8 Wacholderbeeren
  • 15 Pfefferkörner (schwarz)
  • Spargel grün, ein Bund 
  • 1-2 Zitronen 
  • Öl
  • Pfeffer/Salz 

Für die Remoulade:

  • Mayonnaise selbstgemacht aus 2 Eiern 
  • 1/2 Bund Schnittlauch 
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 30g Cornichons 
  • 2-3 TL Kapern (klein)
  • 2 hartgekochte Eier 
  • 150g Creme Fraîche 
  • 2 Schalotten
  • 1-2 Tl Senf 

Für die Senf-Dill-Soße:

  • 1 Bund Dill 
  • 2 El Senf  (am besten Fallot)
  • 2 El Weißwein Essig 
  • 1 El Zucker 
  • 6 El Öl

Zubereitung:

  1. Den Grill oder das offene Feuer anheizen und am Brennen halten. Den Lachs ordentlich Salzen. Pfeffer und Wacholderbeeren im Mörser zerstoßen und ebenfalls über dem Lachs verteilen. Den Lachs mit Frischhaltefolie abdecken und 2 Stunden kalt stellen. 
  2. Die Bretter ordentlich einölen und durchziehen lassen. 
  3. Für die Remoulade, die Mayonnaise mit Creme Fraîche mischen. Die Cornichons sowie Zwiebeln und Kapern fein würfeln und ebenfalls zur Mayonnaise geben. 
  4. Die Eier ebenfalls klein schneiden. Petersilie und Schnittlauch fein hacken. Alles zur Remoulade geben und glatt rühren. 
  5. Jeweils einen kleinen Schluck Kapern- und Gurkenwasser zur Remoulade geben. Alles mit Salz, Pfeffer, Zucker, 1-2 Tl Senf und Zitronensaft abschmecken.
  6. Für die Senf-Dill-Sauce Zucker, Öl, Weißweinessig und Senf glatt rühren. Den Dill fein hacken und zur Soße geben. Alles vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  7. Den Lachs von der Beize befreien und auf das Gestell oder auf das Brett spannen und eine Stunde unter Flammen grillen.
  8. Den unteren Teil des grünen Spargels schälen und ein kleines Stück vom Strunk abschneiden. Den Spargel grob in Stücke schneiden und in einem Wok mit etwas Öl anbraten. Mit salz und Pfeffer abschmecken. Vor dem servieren mit etwas Zitronensaft beträufeln. 
  9. Den Lachs vom Feuern nehmen und wie Pulled Pork von der Haut abzupfen. Alles zusammen mit frischem Brot servieren.

Lasst es euch schmecken !!!!!

Meine Osterferien in Schweden

Freunde von uns sind vor kurzem nach Schweden ausgewandert und haben mir zum Geburtstag eine Besuch bei ihnen geschenkt. Ich habe also seitdem auf den Tag hingefiebert, an dem es endlich in den Flieger geht. In den letzten Osterferien war es dann endlich soweit! Ich flog von  Frankfurt nach Stockholm, wo ich Anna, die Nichte unserer Freunde, am Flughafen traf. Gemeinsam mit ihr habe ich also eine ganze Woche in Schweden, um genau zu sein in Lappland verbracht.                                                                                                                                          Von Stockholm aus ging es weiter nach Skelleftea, wo wir direkt herzlich empfangen wurden. Mein Koffer hat es allerdings nicht gepackt gleichzeitig mit mir anzukommen. Da eine Reise ohne Verluste oder Probleme zu langweilig wäre, hatte mein Koffer beschlossen, irgendwo unterwegs liegen zu bleiben. Letztendlich hat er es ein paar Stunden später auch nach Lappland geschafft, sodass das Abenteuer nun richtig losgehen konnte.

IMG_3688.JPG

Unsere Freunde, die Mergels, wohnen eher außerhalb, in der Nähe von Adak, weshalb die Wege auch immer relativ weit waren. Für mich war das gar nicht schlimm, da die Natur ums Haus und die Stille dort oben einfach ein Traum waren. Kurz habe ich mit dem Gedanken gespielt, mal hier her zu kommen, wenn ich älter bin. Das Problem bei der ganze Sache ist nur: Die Restaurants ganz oben in Lappland bzw. da wo ich war konnten mich absolut nicht überzeugen. Für mich aber natürlich kein Problem, denn Dank der frischen Produkte konnte ich mich in der Küche richtig austoben.

98a567f6-952f-4730-bd77-25942a5a1c4e.JPG

Ich habe meine Tage da oben mit Scooter fahren, pümpeln, Schneeschuh wandern und Romme spielen verbracht. Doch das Wichtigste ist, das ich eine super tolle Woche hatte und mich mega wohl gefühlt habe. Deshalb wird auch schon der nächste Trip im Herbst geplant.

Neben den ganzen sportlichen Aktivitäten haben wir auch immer schön viel gegessen und gekocht. Meine Spare Rips waren so gut wie noch nie zuvor, die beiden Tartes ein Traum, der gefangene Fisch zweierlei auch super lecker. Alles in Allem war es eine kulinarische Woche mit vielen Highlights.  

Da Astrid Mangos liebt, habe ich ihr meine meine berühmte Mangotarte zubereitet (Rezept findet ihr in meinem Blog). Da ich noch etwas Teig und Vanille-Creme übrig hatte, wollte ich neben der normalen Tarte noch eine Kleine zubereiten. Tja, auch ich verschätze mich ab und zu in Sachen Menge, für eine zweite Tarte hatte es leider doch nicht gereicht. Aber: Aus der Not entstehen bekanntlich die besten Sachen! Also habe ich ein wenig improvisiert und aus Philadelphia-Frischkäse, Puderzucker und Creme Fraîche eine neue Masse hergestellt. Eine ähnliche Masse, die wir auch immer für unsere Philadelphiatorte verwenden. Also sind kurzer Hand zwei komplett unterschiedliche Tartes entstanden. Da die Philadelphia-Masse der absolute Renner war, gab es ein paar Tag später die sogenannte Philadelphia-Torte rekonstruiert mit Löffelbiskuit, Kakaobruch, Heidelbeeren und Preiselbeeren. Ein Riesen Vorteil war, dass durch den Schnee und die eisigen Temperaturen alles so schnell kalt war. Eine Kühltruhe war in dem Moment absolut nicht nötig. Aber natürlich gab es in meiner Urlaubs-Woche nicht nur Süßes.

Wer von euch hat denn die "Beef " von März gelesen? Auf der Innenseite des Covers war ein Rezept für geräucherte Soleier. Da wir die Räucherkammer sowieso für den frisch gefangenen Fisch freischaufeln wollten dachten wir uns, warum nicht auch die Soleier ausprobieren? Und wenn man schonmal anfängt zu räuchern, kann man auch noch ein, zwei Mozzarella dazu hängen. 

Leider haben wir beim ersten Pümpel-Versuch kein einzigen Fisch gefangen, weshalb es sich nicht gelohnt hat, die Räucherkammer anzuschmeißen. Die Eier mussten sowieso nur 2-3 Minuten räuchern und für den Mozzarella reichte auch der Grill. Leider war es an dem Abend sehr windig, wodurch das Räuchern eine richtige Herausforderung wurde.

Zutaten Soleier:

  • 12 extra frische Eier
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 4 Lorbeerblätter
  • 2 Zweige Rosmarin 
  • 2 Zweige Thymian
  • 6 Wacholderbeeren
  • 4 Gewürznelken
  • 3 Stück Sternanis 
  • 1/2 TL Kümmel
  • 60g Salz 
  • 20g Zucker 
  • ca. 4 EL Räuchermehl

Zubereitung:

  1. Eier 8-10 Minuten hart kochen. Dann in kaltem Wasser abschrecken, abtropfen lassen und die Eierschale von allen Seiten andotzen. Damit der Fond nachher eindringen kann. 
  2. Für den Fond 1,2 L Wasser erhitzen. Zwiebel und Knoblauch schälen und vierteln. Mit Lorbeer, Gewürzen, Kräutern, Zucker und Salz ins Wasser geben. Alles einmal aufkochen lassen. 
  3. Für das Räuchern ein Briket mit einem Bunsenbrenner zum glühen bringen räuchern Mehl darauf verteilen und unter den Rost stellen. Die angeboten Eier über die Schale mit Räuchermehl stellen. Den Grill abdecken, die Atemlöcher in der haben müssen offen stehen bleiben. Es sollte sich ein feiner Rauch entwickeln. alles 2-3 Minuten räuchern lassen. 
  4. Die geräucherten Eier vorsichtig in ein Einweckglas (ca. 2 L) schichten. Mit dem Sud aufgießen, sodass alle Eier bedeckt sind. Glas verschließen und die Eier 1 bis maximal 5 Tage gekühlt ziehen lassen.

Wir haben die Eier direkt nach einem Tag probiert und sie sind echt der Hit. Der Sud hat eine gewisse Säure entwickelt, man schmeckt die Gewürze und Kräuter super raus. Das Ei geschält und halbiert auf einer frischen Scheibe Schwarzbrot wahlweise mit ein wenig Öl, einfach lecker!

Die Soleier waren nur ein kleiner Teil der kulinarischen Woche. Am zweiten Abend gab es Rentier-Schmetterlings-Steaks mit Kartoffelgratin und Bohnen. Das Rentierfleisch schmeckt meiner Ansicht nach ein wenig nach Lamm. Es ist super zart und absolut köstlich. Die Bohnen waren einfach in Butter und Knoblauch angebraten und das Kartoffelgraten habe ich aus Kartoffeln, Rosmarin, Sahne, Knoblauch, Salz und Pfeffer zubereitet. Ein super schnelles und einfaches Gericht, welches geschmacklich umso mehr überzeugt. Ich hatte meiner Familie die selben Steaks mitgebracht, auch sie waren begeistert. Die große Lage vom Weingut Korrell hat das Fleisch super begleitet.

Was noch aufgetischt wurde? Elchgulasch mit Nudeln und Hecht mit Spinat, Beurre Blanc und Reis. Beides super lecker und einfach mal was Anderes. Wenn ihr mal nach Schweden kommen solltet müsst ihr beides umbedingt probieren. 

Besonders stolz war ich allerdings auf meine Spareribs, wie vorhin schon erwähnt sind sie mir so gut gelungen wie noch nie. Das Schweinefleisch dort oben im Norden ist super lecker ich hatte es ein Tag bevor es auf den Grill kam, mit einem Rub von Ankerkraut mariniert, der Rub selbst hat schon zu einer Geschmacks-Explosion geführt. Die Spareribs wurden von beiden Seiten scharf angegrillt und immer wieder mit einem Lack bepinselt. Dazu gab es Süßkartoffeln und Coleslaw. 

Zutaten für die Spareribs und Beilagen:

  • 1,2 kg Spareribs
  • Boom Bang Boom Rub von Ankerkraut
  • 2 El Öl 
  • 1 Spitzkohl
  • 3 Karotten
  • 150g Mayonnaise
  • 100g Creme Fraiche
  • 1 El scharfen Senf
  • 1-2 Tl frisch geribenem Meerrettich
  • 1 Prise Zucker
  • Pfeffer, Salz und edelsüßes Paprikapulver
  • BBQ Soße
  • Ketchup
  • Sojasoße
  • Teriyakisoße
  • Honig
  • 2-4 Süßkartoffeln 

Zubereitung:

  1. Spareribs erst einölen, mit der Marinade einreiben und über Nacht stehen lassen.
  2. Den Spitzkohl halbieren, vom Strunk entfernen und in feine Streifen schneiden. Mit Salz bestreuen und in einer Schüssel weich kneten.
  3. Die Mayonnaise (am besten selfmade, Rezept in Beitrag Ramen mit Wantan) mit Creme Fraiche, Senf und Meerrettich glatt rühren. Die Karotten erst schälen, anschließend raspeln und zur Soße geben. 
  4. Den Spitzkohl trocken ausdrücken und ebenfalls zur Soße geben.  Alles mischen und mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver abschmecken. Falls etwas Säure fehlt mit Zitrone nachhelfen. Bei Seite stellen und durchziehen lassen.
  5. Einen Lack aus Sojasoße, BBQ-Soße, Ketchup, Teriyakisoße und Honig herstellen. Hier muss jeder sein eigenes Verhältnis der Soßen herausfinden. Ich selbst mache den Lack immer aus Gefühl, weshalb er immer etwas anders schmeckt. 
  6. Den Grill aufheizen. Die Kartoffeln mit Schale auf die direkte Glut legen und 20-25 Minuten grillen. Die Spareribs von beiden Seiten scharf angrillen, von der direkten Hitze nehmen und  beidseitig mit dem Lack bepinseln. 
  7. Den Coleslaw nochmals durchrühren und abschmecken. Die Kartoffeln vom Grill nehmen, halbieren und mit dem Fleisch servieren.

Ihr könnt zu den Süßkartoffeln eine Sourcreme oder eine Guacamole zubereiten. 

Da wir nach dem ersten Pümpel-Versuch nicht aufgeben wollten, haben wir unser Glück an einem anderen See erneut probiert. Wer hätte es gedacht, wir haben doch tatsächlich einen Saibling gefangen. Da ein Fisch jedoch etwas wenig für 4 Personen war, haben wir noch schnell vier weitere aus dem Verkehr gerissen. Drei der fünf Saiblinge wurden gegrillt. Die anderen haben ihr Glück in der Salzkruste gesucht und gefunden. Zum Fisch gab es eine Tomaten-Kapern-Vinaigrette und gegrillten Fenchel mit einer Fenchelgrün-Zitronen-Vinaigrette. Das Gericht war super leicht und frisch, eigentlich perfekt für den Sommer. Auf das Rezept könnt ihr euch im nächsten Post freuen.

Aber was wäre ein Besuch in Schweden, ohne eines seiner Spezialitäten zu probieren? Wir haben uns an das Experiment Surströmming gewagt. Surströmming ist ein saurer Hering, welcher in Salzlake erst offen und dann in der Dose fermentiert wird. Durch das Fermentieren des Herings in Salzlake entwickeln sich verschiedene Gase wie Propangas und Schwefelwasserstoff, wodurch sich Deckel und Boden der Dose ausbeulen. Ausserdem sollte der Fisch am besten draußen gegessen werden, da er durch den Schwefelwasserstoff sehr unangenehm riecht. Wir haben die Dose unter Wasser geöffnet, damit uns die Gase und die Lake nicht entgegen spritzen. Danach wurde der Fisch mit frischem Wasser abgespült und dann endlich verputz. Haltet euch am Besten Kartoffeln, Aqua Vit, Bier, Tunnbröd, Joghurt und Västerbottenkäse bereit. Ich muss gestehen, dass mir nach dem Öffnen der Dose schon so schlecht war, dass ich den Fisch nicht probieren konnte. Astrid hat sich dran getraut, aber nach einem kleinen Stück direkt so viel Tunnbröd und Joghurt hinterher gegessen, damit sie den Geschmack aus dem Mund bekam. Daher verschone ich euch mit diesem Rezept, ein Versuch war es aber in jedem Fall wert! :)

Alles in allem war es eine wunderschöne Reise und ich kam richtig glücklich und entspannt nach Hause. Ich freu mich schon auf den nächsten Trip nach Schweden, diesmal vielleicht in einer anderen Jahreszeit. Vielen Dank nochmal an David und Astrid für das tolle Geschenk.